1.7.2012 - 31.8.2012

Marc Czyzewski

Das Unbekannte finden, das dann für mich bekannt wird

Welches sind die wichtigsten Daten in Ihrem Leben?

Ich bin am 03.03.1972 in Salzgitter geboren. Aufgewachsen bin ich in Karlsruhe. 1992 absolvierte ich die Abendrealschule. 1994 – 1995 habe ich in Köln gelebt. Ich war dort künstlerisch tätig und habe andere Künstler kennen gelernt. 1995 bewarb ich mich an der Akademie der Bildenden Kunst in Karlsruhe und bestand dort die Begabtenprüfung Ich wurde in die Klasse von Professor Horst Ante aufgenommen. Mein Studium in den Jahren 1995 - 2000 musste ich einige Male wegen Klinikaufenthalten unterbrechen. Am Ende meines Studiums erwarb ich das Theoretische Hauptdiplom.

Wie hat Ihre künstlerische Laufbahn begonnen und wie würden Sie Ihre künstlerische Arbeit beschreiben?

Ich habe schon als Kind gemalt, auch mein Vater ist Kunstmaler. Ich spürte, dass im Zeichnen noch ein großes Entwicklungspotential für mich steckte. Schon in meiner Jugend war Pablo Picasso ein Vorbild von mir, er hat mich im Denken und Arbeiten geprägt. Mein erster Berufswunsch war es dann allerdings, Grafik-Designer zu werden. Später entschloss ich mich, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen.
Mit meinen Figuren und Portraits will ich mich mit dem Menschen als Individuum auseinandersetzen. Um eine Wesenhaftigkeit zu erzeugen, verwende ich klassische Stilprinzipien, d.h. meine Bilder enthalten immer naturalistische Elemente. Manchmal von einem Foto, manchmal von meiner Vorstellungskraft ausgehend, findet eine Umformung statt, indem ich meine Emotionen einfließen lasse. Damit schaffe ich eine Abstraktion vom menschlichen Wesen. Ich korrespondiere in gewisser Weise mit der Natur, ohne sie nachahmen zu wollen. Für mich und meine Bilder ist es auch immer wieder ein Eintauchen in eine poetische Form der Artikulation, in der ich das Unbekannte finde, das dann für mich bekannt wird. Außerdem beschäftige ich mich mit einer Lautsprache, die aus mir selbst heraus entspringt und die ich in manche Bilder mit einbeziehe.

Was wollen Sie mit Ihrer Kunst beim Betrachter erreichen?

Mit meinen Bildern will ich einen Beitrag zur Auseinandersetzung der Bildenden Kunst mit der Reizüberflutung der Medien liefern. Unter dem Motto "das Portrait und die Figuration im strukturierten Raum" versuche ich Bilder zu zeigen, die Begegnung mit dem Betrachter  eingehen, d.h. die im besten Fall unabgelenkt auf der Netzhaut des Betrachters wirken. Um den Austausch zwischen Bild und Betrachter zu unterstützen, erhalte ich stets einen gewissen Grad an Wesenhaftigkeit und klassischen Gestaltungsprinzipien.
Selbstverständlich bin ich mir im Klaren, dass jedes Bild auf seine Weise mit dem Betrachter in Verbindung tritt.
Ein mir bekannter Grafik-Designer Hans Düster schrieb über meine Bilder: "Durch seine ungewöhnlichen Interpretationen des menschlichen Abbildes erschafft Marc Czyzewski faszinierend-skurrile Bilderwelten. In seinen Motiven komponiert er Portrait- und Figurenzeichnungen mit kräftigen Farben und Strichen zu Strukturbildern, die Wesenhaftes metaphorisch lebendig werden lassen. Seine Gestaltbilder überwinden abbildhaftes, materialistisches Sehen und zeigen amorphe Gestalten mit fragmenthaften phantastischen Formen. Nicht nur inhaltlich, sondern auch dekorativ beleben seine phantastischen Motive unsere eher oft unpersönlich modern gestaltete Umwelt."

Marc Czyzewski

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